Farmville Marketing – Ernten die dümmsten Bauern wirklich die dicksten Kartoffeln?
Übertragen wir dieses Zitat mal auf die Marketinglandschaft im Allgemeinen, hieße das im Klartext: Je einfacher die Kampagne gestrickt, desto erfolgreicher. Doch ganz so leicht ist es nicht, die Konsumenten für ein Produkt zu begeistern. Ich glaube an die Innovationskraft im Marketing, und daran, die Leute dort anzusprechen wo sie gerade sind. Doch, wo sind sie denn bloß? Im Web natürlich. Auf Facebook ganz besonders. Und natürlich – in Farmville.
Das Social Game ist mit über 75 Millionen Usern weltweit in kürzester Zeit zum Massenphänomen geworden, und das, obwohl Farmville erst kürzlich seinen ersten Geburtstag gefeiert hat. Zeit also, für digitale Marketeers die Ohren zu spitzen. Und Farmville als Marketing Kanal durchaus ernst zu nehmen. Denn eine Reichweite von 75 Millionen Usern weltweit hätte jede Marke gern. Und Marketing durch Farmville ist einfach und effektiv, wie die folgenden Beispiele zeigen.
Im März dieses Jahres startete Microsoft eine Kampagne über Farmville, um ihre Suchmaschine Bing zu promoten. Dabei bekam jeder, der über Farmville ein Fan von Bing wurde, Farm Cash, die Währung die man sich normalerweise mit echtem Geld hinzukaufen muss, um zeitlich limitierte oder besonders wertvolle Dinge zu kaufen. Innerhalb von 24 Stunden hatte Bing 400.000 neue Fans, die Response Rate lag bei über 72% (Quelle: Web Pro News).
Weitaus innovativer waren Saatchi & Saatchi, als sie für die israelische Marke Elite die neueste Geschmacksrichtung ihrer Schokoriegel bewarb. Passend zu ihren mit Erdnussbutter gefüllten Riegeln wurden kurzerhand die Erdnusssamen „versponsort“. Die Effektivität der Kampagne ist allerdings äußerst fraglich, so entstand außer Aufmerksamkeitssteigerung nur heiße Luft. Oder, wie Mashable es formulierte „…has Saatchi & Saatchi – forgive the pun – gone nuts?“ (Quelle: Mashable).
Geschickter in Sachen Vermarktung ist da auf jeden Fall 7-Eleven, amerikanischer Großkonzern und die größte Kette von Einzelhandelsgeschäften in über 17 Ländern. Über einen Zeitraum von sechs Wochen verkauft 7-Eleven bestimmte Produkte, die mit Promotion Codes versehen sind. Dafür bekommen die Konsumenten bestimmte Goodies für ihre Farm. Um die Codes einzulösen, werden Konsumenten auf die Kampagnenplattform buyearnplay.com umgeleitet, auf der zusätzliche Promotions geschaltet werden. Und nicht nur das: 7-Eleven bietet sogar Farmville gebrandete Produkte an, ein echter Hingucker für alle Farmville Fans. „That’s not only a cute touch but also a way to generate trial of 7-Eleven private label products among game fans who might never have considered a purchase.” (Quelle: bNet)
Wer bei all der Werbung in einem eigentlich so harmlosen Spiel anfängt, den Kommerzialisierungsteufel an die Wand zu malen, der sollte sich nicht zu früh freuen. Denn durch sogenannte „branded crops“ kann auch Gutes getan werden. Nach der verheerenden Erdbebenkatastrophe in Haiti bot Farmville selbst sogenannte „Sweet Seeds for Haiti“ an. Diese konnten durch Farm Cash, also mit echtem Geld, hinzugekauft werden, das Farmville dann an den Haiti Relief Fund spendete. Insgesamt wurden so über 1 Million Dollar eingenommen, um den Menschen im Krisengebiet zu helfen. (Quelle: Games.com Blog)
Es gibt sicherlich noch hundert andere Beispiele. Wer noch welche hat, einfach die Kommentierungsfunktion verwenden. Denn ich muss weg, Cupcakes ernten!



