iGroupies – Mein Apple gehört zu mir!

Quelle: Engadget

Quelle: Engadget

Seit Anfang April ist es da. Das iPad. Auch in unseren Reihen wurde es schon gesichtet. Und macht einmal wieder deutlich, was ein unscheinbarer Apfel aus erwachsenen Männern macht. Plötzlich werden sie zu kleinen Jungs, die sich über den Erstkontakt mit dem Tech-Gadget freuen wie über das erste Weihnachten. Zeit also, für eine Analyse des Hypes.

Bislang wurden laut MacNews etwa 700.000 iPads verkauft (Quelle: Macnews). Die Vorteile des Tablet-PCs gegenüber einem Smartphone liegen auf oder vielmehr in der Hand. Es ist leistungsstärker, hat eine größere Screengröße und ist von den Anwendungen her vielfältiger als das iPhone. So wird das iPad vor allem als Konkurrenzprodukt zu Amazons E-Book Reader Kindle gesehen. Der Nachteil: Es passt nun mal nicht mehr in die Hosentasche. Und mal ganz ehrlich, mit dem Telefon ins Internet zu gehen macht Sinn, mit dem PC sowieso, aber wozu dann noch ein Zwitterwesen dessen Nutzen sich mir nicht auf den ersten Blick erschließt?

Wired-Journalist Steven Levy hat den Hype um das iPad so beschrieben: „The zeitgeist excitement needle on this gadget has moved past Hula Hoop and Lady Gaga levels, and is approaching zones previously occupied only by the Beatles and the birth-control pill.” (Quelle: Wired.com). Doch auch Levy wagt sich nicht wirklich an einen Erklärungsversuch des Hypes.

Wagen wir einen Blick zurück auf die iPhone Hysterie. Das iPhone ist die Paris Hilton der Mobiltelefone. Weil es mit ebensoviel Geschäftstüchtigkeit wie Gespür für Trends an den Start geht, obwohl es in Deutschland einen ungefähren Markanteil von nur 7% hat (Stand 2009; Quelle: Admob).

Jeder kennt jemand, der nicht mehr ohne kann. Er nimmt das Gadget mit ins Bett, um gleich morgens die Nachrichten checken zu können und beantwortet jede noch so kleine Frage, die sich bei einem Bierchen stellt, mit Hilfe seines iPhones. Selbst beim Schlafen lässt er es nicht los, denn iGroupies haben sogar eine eigene Weckapplikation. Denn sie werden nur geweckt, wenn sie ihr geliebtes iPhone auch die ganze Nacht über in der Hand behalten (Quelle: Apple Blog). iGroupies geben ihr Leben für das geliebte Gadget und fliegen extra nach Cuba, um ihr gekidnapptes iPhone wieder zu beschaffen (Quelle: Financial Post) Oder sie treten einer der über 500 Facebook Fan Pages bei, damit jeder weiß, dass sie eines haben.

Doch was ist wirklich dran an der Hysterie ums kleine i? Natürlich, Apple hat die PR-Maschinerie fest im Griff. Das Erfolgsrezept von Apples Hype-Machine wird im Schipul Blog folgendermaßen definiert:
“1. Develop new things in ways that haven’t been done before.
2. Don’t publicly show prototypes or “proofs of concept”.
3. Make a polished, grand announcement of the new thing.
4. Ignore the negative critics.“
(Quelle: Schipul Blog). Und der Autor hat in gewisser Weise Recht. Die Geheimhaltung und darauf folgende Inszenierung der Produktpräsentation, die Prämisse dass man etwas noch nie Dagewesenes erschaffen hat, es scheint als hätte Apple diese Marketingstrategie perfektioniert. Gray Powell, der „iPhone Loser“ des Monats, hätte sich das mal lieber zu Herzen nehmen sollen… (Quelle: Gizmodo)

Die treuen Apple Anhänger tun ihr übriges zur Propagierung des Hype. Designliebhaber und Tech-Afficionados sind dem i gleichermaßen verfallen, und das nicht nur, weil es cool ist, eines zu haben. Simplicity, also Einfachheit ist das Stichwort, sowohl im Design, als auch in der Benutzerführung. Nie vorher war es so einfach, sich unterwegs mit der virtuellen Welt zu vernetzen. Und nicht nur das. Hinzu kommt: Das „rumdrücken“. Menschen springen auf haptische Effekte an, es gibt ihnen das Gefühl von Nähe, weckt vielleicht ein wenig das kindliche in ihnen. Jeder will mal rumdrücken, egal ob männlichen oder weiblich, Tech-interessiert oder nicht. Und beim rumdrücken bemerkt man dann, wie einfach das Produkt zu bedienen ist. Und schwupps ist man selbst Opfer des iHype. Sind Apple Produkte also nichts anderes als zu teuer geratenes Spielzeug?

Wer mir jetzt einen gewissen Neid unterstellt mag nicht ganz unrecht haben. Also bitte nicht falsch verstehen, liebe iGroupies! Ich find euch nämlich eigentlich super. Und zwar deswegen, weil ihr all eure Freunde mit einem plötzlichen Technik-Hype ansteckt. Jeder weiß plötzlich, wie einfach es ist, mit dem Telefon im Web zu surfen oder seine Emails von unterwegs zu checken. Ihr tretet den lebendigen Beweis an, dass man mit Telefonen doch ein bisschen mehr machen kann, als nur telefonieren. Ich als Mobile Marketeer sage: Danke, liebe iGroupies! Und: Weiter so!

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