Google Buzz: Social Media à la Google
Vergangene Woche präsentierte Google seinen neuen Social Media-Dienst Buzz. Mit dem in Google Mail integrierten Google Buzz lassen sich Neuigkeiten, Statusmeldungen, Fotos, Videos, Links usw. in Echtzeit mit Freunden und Bekannten austauschen. Also Dinge, die man auch mit Facebook und Twitter bereits kann. Zudem können mit Buzz YouTube-Videos, Fotos aus Flickr und Picasa sowie Twitter-Meldungen in Google Mail eingebunden werden.
Google Buzz steht auch auf Smartphones zur Verfügung, für’s iPhone und Android-Handys gibt es eine mobile Version. Die Unterstützung von Blackberry, Nokia S60 und Windows Mobile ist geplant. Nutzer mit GPS-Smartphones können ihren eigenen Standort in Buzz posten und diesen auf Google Maps anzeigen lassen. Per Voice-Kürzel kann der aktuelle Aufenthaltsort sogar per Stimme gepostet werden. Außerdem stehen Infos zur Umgebung, z.B. Restaurants, Kinos etc. zur Verfügung. Damit zielt Google auf andere ortsbezogene Dienste wie z.B. Foursquare.
So schön sich das alles im ersten Moment anhört, hat Buzz doch einige Nachteile. Erstens können Inhalte aus Facebook nicht in Buzz integriert werden. Zweitens werden Twitternachrichten zwar in Buzz angezeigt, aber aus Buzz heraus twittern funktioniert nicht. Auch die Zahl der erreichbaren Personen ist bei Buzz im Vergleich zu Facebook deutlich geringer. Während bei Facebook bereits rund 400 Mio. Nutzer (darunter wohl die meisten der eigenen Freunde) angemeldet sind, kommt Gmail auf knapp 168 Mio. User (Quelle: Comscore). Twitter kommt Schätzungen zufolge auf etwa 25 bis 30 Mio Nutzer.
In der ersten Version von Buzz folgten die Nutzer automatisch den Statusmeldungen und Links von Nutzern, mit denen sie regelmäßig über Gmail kommunizieren. Schon kurz nach dem Start von Buzz gab es heftige Kritik der User, die doch selbst entscheiden wollten, wen sie auf ihrer Freundesliste haben wollen und wen nicht. Google reagierte und schaltete das so genannte „Auto Follow“-Feature ab und schlägt stattdessen den Buzz-Usern mögliche Freunde vor. Die automatische und ungefragte Aktivierung von Buzz in den Google Mail-Accounts kam ebenfalls nicht gut an. Auch hier besserte Google nach und fragt den User inzwischen, ob er Buzz überhaupt nutzen möchte. Innerhalb von nur vier Tagen wurde Buzz damit jetzt schon zum dritten Mal umgebaut. Ein erfolgreicher Start sieht anders aus.
Nicht nur die holprige Einführung wirft Zweifel am Erfolg von Google Buzz auf. Vor allem die fehlende Einbindung von Facebook und die fehlende Möglichkeit zu twittern könnten Google Buzz schnell wieder in Vergessenheit geraten lassen. Wenn man seine Konten bei Twitter und Facebook nicht von Buzz aus aktualisieren kann, stellt sich die Frage, wer denn noch Zeit für ein weiteres Online-Netzwerk hat?
Tags: Facebook, Google Nuzz, social networking, Twitter

June 10th, 2010 at 4:26 pm
Super Blogbeitrag!