Private Tagging in Kunst und Mode

Unsere Kleidung ist schon lange ein Medium, um unsere ganz persönlichen Messages in die Welt hinauszutragen. Sei es durch die Farbe, den Style oder einen Aufdruck, der mich als Fan einer Band oder meine ganz persönliche Lebenseinstellung outet. Doch noch viel spannender in der Wirkung ist es doch, wenn mein Gegenüber meine persönliche Nachricht erst entschlüsseln muss. Dabei bin ich auf einen Trend in der Fashionwelt gestoßen, Kleidung und Accessoires mit sogenannten QR Codes zu verschönern, die auf persönliche Internetseiten verlinken. Man bezeichnet das auch als Private Tagging.

Hinter einem sogenannten QR Code werden also persönliche, digitale Informationen in Form eines zwei dimensionalen Barcodes verschlüsselt. Das einfache Abscannen dieses unverwechselbaren Codes verbindet auf unkomplizierte Weise den physischen Code mit der digitalen Welt. Das einzige was man dazu braucht, ist ein internetfähiges Mobiltelefon mit integrierter Kamera und einer spezielle Scanning-Software. „QR“ steht dabei für „quick response“ und repräsentiert somit die Einfachheit dieser Technologie. Ohne sich lange Web-URLs merken zu müssen, landet der User direkt auf der gescanneten mobilen Internetseite.

Immer mehr Kunstschaffende sind fasziniert vom Private Tagging – im Allgemeinen auch Mobile Tagging genannt. Mit Hilfe von QR Codes verbinden so Fashiondesigner deine digitalen Gefühlszustände auf Twitter, deine Flickr-Urlaubsfotos oder deine YouTube Highlights mit der realen Welt. Designer veredeln ihre Modeschöpfungen mit diesen Codes – sei es auf Ringen, Gürtelschnallen oder Manschettenknöpfen (Quelle). Um auf der nächsten Party für Gesprächsstoff zu sorgen, bestellt man sich am besten auf www.emmacott.com sein Private Tagged T-shirt oder läßt sich seinen digitalen Aufnäher von www.p8tch.com anfertigen.

Wem das jedoch immer noch zu „unpersönlich“ ist, sollte es mal mit „Do-the-code-yourself“ versuchen. Ran an die Nadeln und der gestrickte 2D Code ist mit Sicherheit unique. Für die jetzt eher stutzigen Leser, habe ich eine Videoanleitung im Netz gefunden.

Aber vielleicht fühlt sich auch jemand inspiriert von der QR Code Stickerei, dem virtuellen Würfelzucker Kunstwerk  oder dem einzigen Kuchen, der uns mit der digitalen Welt verbindet.

Doch QR Codes sind nicht immer schwarz-weiße Raster. So hat der Künstler Takeshi Murakami für das Label Louis Vuitton einen eher an einen Manga-Comic erinnernden QR Code designed. Ein herrlich bunter Code, der auch noch funktioniert (Quelle).

Doch nicht nur Fashion- und Fooddesigner sind fasziniert davon, ihre Kunst mit der digitalen Welt zu verbinden. Auch Maler- und Streetartkünstler wollen ihren Betrachtern Zusatzinformationen liefern. So hat der international bekannte Streetartkünstler Banksy unlängst damit begonnen seine Bilder zu taggen (Quelle). Banksy’s QR Code verlinkt auf die Wikipedia-Seite des Straßenkünstlers. Andere Streetartists dagegen nutzen die Codes dazu, um mit dem Betrachter in Interaktion zu treten, ohne dabei ihre Anonymität zu verlieren. Unter der Webseite www.thevoiceofthestreet.com können sie ihren personalisierten QR Code erstellen, hinter den der Künstler eine Nachricht für den Betrachter hinterläßt. Scannt der Betrachter nun den Code, wird er aufgefordert, eine Telefonnummer anzurufen, um seine Meinung zum Kunstwerk zu hinterlassen. Die Kunstwerke inklusive der Nachrichten können auf der Webseite mit Hilfe von Google Maps lokalisiert werden.

Bei dem Künstler Frank Haase sind die QR Code Motive sogar Bestandteil des Gesamtkunstwerks. Mit Hilfe der Codes verweist er auf multimediale Elemente wie Audiodateien, Filme, Animationen, weitere Bilder oder Gedichte, die die Geschichte des Bildes fortführen.

Viel Spaß nun beim Scannen des folgenden bewegten QR Codes, welches die Pet Shop Boys in ihrem Musikvideo „Integral“ eindigitalisiert haben:


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Hochgeladen von eusebiu. – Entdecke weitere Musik Videos.

http://www.dailymotion.com/video/x34nvz_petshopboysintegraldvdripx2642007se_music.

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