Musikproduktion auf dem Handy

Musik auf dem Handy? Ein alter Hut! Es gibt kaum Handys, die mittlerweile ohne diese praktische Funktionalität auf den Markt kommen. Die großen Handyhersteller wie Nokia und Sony Ericsson besitzen eigene Modellreihen (Nokia XpressMusic und Sony Ericsson Walkman), die sich dem Hörgenuss für unterwegs verschrieben haben. Bilden Handys und Musik wirklich eine perfekte Symbiose? Dies trifft nur dann zu, wenn man passiv Musik hören will. Wer mit seinem Handy Musik produzieren möchte, merkt schnell, dass dies weitaus schwieriger ist.

Ein ganz entscheidender Grund hierfür ist die Rechenleistung der Handys. Musik mischen, bearbeiten, oder mit Filtern zu modifizieren ist sehr arbeitsintensiv. Das Ganze in Echtzeit überfordert die meisten Handys. Mit der steigenden Rechenleistung der Handys wird sich das Problem in absehbarer Zukunft aber durchaus lösen lassen.

Ein Lichtblick für die mobile Musikproduktion ist das iPhone. Für kaum ein anderes Telefon gibt es mittlerweile so viele Musikapplikationen. Läßt man die Gitarren- oder Klavierapplikationen außen vor, so hat man immer noch eine ansehnliche Auswahl an sehr hochwertigen Tools mit denen man unterwegs Musik erstellen kann.

Beatmaker ist eine dieser Vorzeigeapplikationen. Die Applikation, die sich das „Mobile music creation studio“ nennt, vereint drei Anwendungen in einer. Neben einer Drum Machine mit Multitouch Drumpad gibt es einen Sequenzer und einen Sampler. Die eher an professionelle Nutzer gerichtete Applikation bietet eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten und Effekten, um den perfekten Sound zu schaffen. Der Preis von 15,99€ ist auf jeden Fall gerechtfertigt.

Wer eine günstigere Alternative zu Beat Maker sucht, sollte sich das Programm BtBx (Beatbox) anschauen. BtBx ist ein Elektro-Sequenzer, welcher es dem Nutzer erlaubt, die Samples und Synthie-Sounds der Applikation zu nutzen.

Wer es ein wenig kommerzieller mag, dem dürfte die Appliaktion iDrum gefallen. Die bereits in mehreren Versionen, wie z.B Rock, Hip Hop oder gar in der Depeche Mode Edition erschienene Applikation erlaubt es dem Nutzer, Songs in einer sehr einfachen Art und Weise zu remixen oder neu zu gestalten. Auch eigene Songs lassen sich mit iDrum erstellen. Das minimalistische Design der Applikation passt sehr gut zur Funktionalität.

Generell kann man sagen, dass die Multitouch-Funktionalität des iPhones wie geschaffen ist für Musikproduktion. Man kann sehr schnell und intuitiv die nötigen Einstellungen am Sound vornehmen, zum Teil schneller als am Computer mit der Maus. Die musik-affine Apple Gemeinde sorgt zudem in einem konstanten Rhythmus für neue Applikationen. Für alle Java-kompatiblen Handys gibt es eine nennenswerte, wenn auch etwas experimentelle Drum Machine Applikation namens MoBeat, die mit mobile Processing von einem Studenten entwickelt wurde. Hier merkt man sehr schnell, dass die Bedienung über das Steuerkreuz für Musikapplikationen nicht wirklich geeignet sind.

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