Mobile Applikationen – eine Erfolgsgeschichte?
Die Nachricht kam nicht wirklich überraschend. Letzten Donnerstag feierte Apple den Ein-Milliardsten Download aus ihrem App Store (Quelle). Wir gratulieren natürlich, fragen uns aber immer noch: Wie hat Apple das bloß gemacht?
Denn eigentlich existieren Applikationen seit es Mobiltelefone gibt. Die bekannteste Applikation nutzen die meisten Leute fast täglich. Es ist: Messaging (Quelle). Die ersten mobilen Applikationen im herkömmlichen Sinn hatten im Jahr 2000 Premiere, als das erste “Mobile Information Device Profile”, basierend auf Mobile Java, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. So begann die Entwicklung erster mobiler Applikationen für den Massenmarkt, die es insbesondere Werbern ermöglichten, das Handy als Marketingkanal zu nutzen (Quelle).
Und jetzt, neun Jahre später, würde wahrscheinlich Apple als Erfinder mobiler Applikationen in den Geschichtsbüchern stehen. Vielleicht, weil sie einfach schlauer waren als andere. Denn was Apple anderen voraus hat, ist nicht nur ein Endgerät, auf dem Applikationen mehr Spass machen als anderswo.
Es ist vor allem der zentrale Anlaufpunkt im App Store, der es Usern ermöglicht, schnell und ohne Umwege von ihrem Telefon aus eine Applikation herunterzuladen. Und weil der Großteil der iPhone Besitzer ja sowieso eine Flatrate hat, kann man ja auch mal stöbern – und so finden selbst Leute, die nicht unbedingt Mobile-affin sind, etwas, was ihnen unterwegs Spass macht und ihnen die Zeit vertreibt. Anders als Jamba muss Apple keine neuen Nutzer gewinnen – es hat die Nutzer bereits! Denn mit iTunes hat Apple einen Weg gefunden, die Kosten für die jeweiligen Applikationen ohne Umwege abzurechnen – ohne lange Registrierungsprozesse (Quelle).
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass plötzlich jeder Applikationen kreieren und in den App Store stellen konnte – und daran auch noch verdient hat. So wurde die Vielfalt größer und bestimmte Applikationen entwickelten sich zum Selbstläufer, weil sie im Grunde genommen user-generated waren.
Vielleicht hat Apple auch nur den richtigen Zeitpunkt gewählt, um ins Applikationsgeschäft einzusteigen. Die Konsumenten verlieren mehr und mehr die Scheu vor mobilen Technologien. Soziale Netzwerke lernen den Konsumenten spielend, was Applikationen sind und wie viel Spass sie machen können. Und sie werden selbst zu Mega-Sellern im App Store – siehe Facebook, deren Applikation immer noch zu den Top Downloads im iTunes Store gehört (Quelle).
Es gibt sicher noch unzählige Erklärungen dafür, was Apple mit seinem App Store richtig gemacht hat. Wenn also jemand eine Erklärung dafür hat, warum mobile Applikationen plötzlich so erfolgreich sind, ist er oder sie herzlich eingeladen zu posten. Kommentare sind mehr als willkommen!
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