Mobile Logbuch, Teil 1 – Mobile Music Box

Schon wieder die Tram verpasst. Kram ich doch mal mein Handy raus und schau, was das mobile Web so zu bieten hat. Ich will Musik! Nicht nur hören, sondern auch erleben. Und ich will den direkten Draht zu meinen Lieblingsbands. Abseits der gängigen Downloadplattformen. Mehr zu Künstlern im mobilen Web…

Die Zahlen sprechen für sich. Nach neuesten Schätzungen werden die Einkünfte aus dem mobilen Musikmarkt in den kommenden Jahren von 1,6 auf 3,2 Milliarden Euro weltweit steigen (Quelle). In Amerika verspricht der mobile Musikmarkt bis 2012 ein geschätztes Einkommen von 17,5 Milliarden Dollar (Quelle). Entertainment wird persönlich – und das nicht nur durch Klingeltöne und Wallpaper. Die meisten Bands bieten auf ihren Websites bereits einen SMS Service an, um einen Klingelton oder Text Alerts zu bekommen. Tokio Hotel haben sogar ihr eigenes Mobile Game. Und Top Acts wie Madonna sogar ihre eigenen gebrandeten Telefone. Jetzt kreieren immer mehr Musiker ihre eigenen Seiten im mobilen Internet und schaffen so einen neuen Zugangsweg zu Musik, Merchandise und mehr. Die Künstler können jetzt auch übers Handy mit ihren Fans in Verbindung treten, nicht nur durch das unpersönliche Web, sondern auch durch das persönlichste aller Medien, das Mobiltelefon.
Das musikalische Spektrum von Musik im mobilen Internet reicht von operatorgesteuerten Musik-Downloadportalen wie bei Vodafone Live! (http://live.vodafone.com) bis hin zu mobilen Dependancen gängiger Musikmagazine wie dem Rolling Stone (http://m.rollingstone.com). Myspace etabliert durch seinen mobilen Zugangspunkt http://m.myspace.com den direkten Draht zu den Lieblingsbands dieser Welt während die mobile Version von Last.fm (http://m.last.fm) vor allem auf aussagekräftige Künstlerbiographien setzt. Doch wer Musik wirklich hören will, muss sich auch bei Last.fm erst eine Applikation aufs Handy laden. Anders als bei Mystrands (http://mobile.mystrands.com), die sowohl Künstlerbiografien, Diskographien und Empfehlungen liefern, als auch Sound Schnipsel zu den jeweiligen Künstlern zur Verfügung stellen. Einziger Wehrmutstropfen: Die Sound Files sind nur abspielbar, wenn das Telefone einen Windows Media oder Real Player installiert hat. Artist Content auf sein Handy zu bekommen ist mit dem Nokias Royal Artist Club schon einfacher (http://www.royalartistclub.com/mobile/). Dieses mobile Tagebuch gibt auf neue und überraschende Weise Einblick in das Leben von internationalen Künstlern wie Coldcut oder Booka Shade, und bekannteren Acts wie Scooter oder Sunrise Avenue. Mit einem neuen Nokia Telefon in der Hand filmen die Künstler ihr Leben hinter den Kulissen und lassen die Fans über mobile Videos daran teilhaben, die auf der Seite heruntergeladen werden können. Ähnlich funktionieren die Seiten der Media Platform Kyte, die mobile Videos verschiedenster Künstler wie Lady Gaga oder Brandy ins mobile Web stellen. Doch zurück zum Wesentlichen. Wer sind denn nun die Bands, die mit ihren mobilen Internetseiten das mobile Web zu einem besseren Ort machen? Die Charlatans, Pioniere des Manchester Rave und Indie-Rocks tauschen neuerdings Stromgitarren gegen Mobiltelefone und bieten mit ihrer eigenen Mobile Site http://www.thecharlatans.mobi einen Zugang zu Tour Terminen, Video Downloads, News, der Band Bio und einem Charlatans Text Alert, der die Fans ständig auf dem Laufenden hält, was ihre Lieblingsband gerade tut. Kylie Minogue hat mit http://www.kylieconnect.com eine eigene Mobile Social Community aufgebaut, durch die sie ständig mit ihren Fans auf der ganzen Welt in Kontakt bleibt – durch Blogs, Feeds und Downloads. Und wem das immer noch nicht genug ist, der sollte sich auf http://www.taptu.mobi/ auf die weitere Suche begeben. In der Beta Version von Taptu werden nicht nur Links zu mobilen Seiten der Lieblingskünstler angezeigt, sondern auch zu allgemeinen Inhalten im mobilen Web verlinkt, egal ob es sich um einen Download einer mobilen Applikation handelt, oder um einen Artikel auf der mobilen Seite von Billboard.
In den kommenden Monaten werden immer mehr Künstler die Möglichkeiten des mobilen Webs nutzen, um die Bühne der Selbstdarstellung um ein neues Medium zu erweitern. Natürlich wird es auch Rückschläge geben bei der Verbreitung von Musik im mobilen Web. Bestes Beispiel: Mozes. Ursprünglich konzipiert als mobiles Myspace, als Ort, an dem Musiker und Fans zusammenfinden, liegt brach wie unmusikalisches Ackerland. (Quelle). Dennoch: Wenn genügend Künstler die Chancen und Möglichkeiten des mobilen Webs nutzen, könnte auch für die Nutzer der Mehrwert des mobilen Internets steigen. Und bald wird es, so hoffen die Experten, nicht nur ein Ort der Informationsbeschaffung sein, sondern sich vermehrt den Surfgewohnheiten des normalen Internets anpassen.

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